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Erzgebirge Sehenswürdigkeiten

Entdecken Sie die Sehenswürdigkeiten im Erzgebirge. Egal ob eine gemütliche Fahrt über die Silberstraße, ein Besuch im Renaissanceschloss Augustusburg oder eine Besichtigung des Spielzeugmuseum in Seiffen, wir haben für Sie die schönsten Sehenswürdigkeiten im Erzgebirge zusammengestellt. Weitere Informationen zu den Sehenswürdigkeiten finden Sie in unseren Reiseinformationen und der Rubrik Erzgebirge Bilder.


© Caulobacter subvibrioides / WIKIMEDIA

Burg Stein

Die Burg Stein liegt im Ort Hartenstein südöstlich von Zwickau. Als das Erzgebirge im 12. und 13. Jahrhundert besiedelt wurde, entstanden hier auch zahlreiche Burgen und Festungen. Eine davon ist die Burg Stein, die vermutlich um das Jahr 1200 herum errichtet wurde. Damals diente sie wohl als Vorburg zur Burg Hartenstein, die später zum Schloss umgebaut wurde.
Die Burg Stein wurde in den folgenden Jahrhunderten stetig erweitert. Von dem heutigen Gebäude stammt nur die Oberburg aus den Anfangsjahren, die übrigen Teile wurden im 14., 15. und 16. Jahrhundert hinzugefügt.
Aufgrund der Bauweise und des Stils wird die Burg auch als Schloss Stein bezeichnet. Das Gebäude ist so gut erhalten wie kaum ein anderes und daher eines der schönsten Burgen in Sachsen. Die außergewöhnliche Umgebung ist ein perfekter Ort für außergewöhnliche Momente. Aus diesem Grund befindet sich im Inneren ein Standesamt, das jede Hochzeit zu einem unvergesslichen Erlebnis macht. Seit 1954 befindet sich hier auch ein Burg- und Heimatmuseum mit Ausstellungsstücken und Geschichten aus dem Mittelalter. Bekannt ist die Burg Stein auch für seine Konzerte, die hier mehrmals im Jahr stattfinden.


© Thomas Robbin / WIKIMEDIA

Schloss Augustusburg

Das Schloss Augustusburg wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts durch Kurfürst August errichtet. Hauptgrund war die gute wirtschaftliche Entwicklung Sachsens zu dieser Zeit, die die Finanzierung des Bauprojektes möglich machte. Das Schloss sollte zum einen ein repräsentatives Zeichen der Vormachtstellung des Kurfürsten August in Sachsen darstellen, zum anderen aber auch als Jagdschloss dienen.
Die genaue Stelle für den Bau stand schnell fest. Das Schloss wurde auf dem Schellenberg errichtet, exakt an der Stelle, an der hier vorher bereits ein Schloss gestanden hatte. Dieses wurde im 13. Jahrhundert errichtet, wurde jedoch in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch einen Brand und einen Blitzschlag stark beschädigt und wurde letztendlich abgerissen, um Platz für ein neues Schloss zu machen.
Die Lage hoch oben auf dem Berg und die tolle Aussicht auf die Umgebung machen das Schloss zu einem Anziehungspunkt für Besucher. Zudem befinden sich hier ein Motorradmuseum, ein Kutschenmuseum und ein Museum für Jagdtier- und Vogelkunde. Sogar die Übernachtung in dem Schloss Augustusburg ist möglich: Hier befindet sich neben einigen Gaststätten auch eine Jugendherberge.


© R.D.-Rolf-Dresden / WIKIMEDIA

Pressnitztalbahn

Eine ganz besondere Art, das Erzgebirge kennenzulernen, ist die Fahrt mit der Pressnitztalbahn. Die historische Eisenbahn, die bereits seit den 80er Jahren nicht mehr als reguläres Verkehrsmittel genutzt wird, wurde Anfang der 90er Jahre aus nostalgischen und touristischen Zwecken wieder in Betrieb genommen.
Grund für den Bau der Schmalspurbahn, die auf einer Spurweite von 75 cm fährt, war die schwierige Verkehrslage des Pressnitztals im 19. Jahrhundert. Hier waren zu dieser Zeit zahlreiche Betriebe angesiedelt, die ihre Waren aus dem Tal heraustransportieren mussten. Nach mehreren Jahren der Überlegungen und Diskussionen wurde die neu gebaute Eisenbahnstrecke schließlich im Juni 1892 eröffnet. Die Strecke führte über knapp 25 Kilometer von Wolkenstein bis nach Jöhstadt. Mehrere Erweiterungen wurden diskutiert, aber nie durchgesetzt.

Von Beginn an wurde die Pressnitztalbahn hauptsächlich für den Güterverkehr eingesetzt, erst zu Beginn der 1980er Jahre nutzten verstärkt auch Reisende die Eisenbahn. Einige Jahre später wurde sie wegen notwendiger Renovierungsarbeiten eingestellt.

Nach der Wende und dem Zusammenbruch der DDR wurde die Pressnitztalbahn als Museumsbahn wieder zum Leben erweckt. Regelmäßig fährt die sächsische Schmalspurbahn auf acht Kilometern Länge von Jöhstadt im Kreis Annaberg bis zur Endhaltestelle Steinbach. Dabei geht es immer entlang der Hauptstraße, sodass Sie neben dem einmaligen Fahrgefühl auch den Ausblick in die Natur genießen können.


© ProdracerHH / WIKIMEDIA

Silberstraße

Auf 140 km Länge erstreckt sich die so genannte Silberstraße - die erste und längste Ferienstraße in Sachsen, die alle Sehenswürdigkeiten im Bezug auf das Bergbau- und Hüttenwesen miteinander verbindet.
Das Erzgebirge war lange Zeit ein Zentrum des Bergbaus, in dem vor allem zu Beginn der Abbau von Silber im Vordergrund stand. Neben Bergwerken und Münzstätten, in denen Münzen im Auftrag Sachsens geprägt wurden, findet man hier auch einige technische Denkmale. Besonders interessant sind auch die Traditionen und Bräuche, die in der Zeit des Silberabbaus entstanden sind und zum Teil bis heute vorhanden sind.
Der Anfang der Silberstraße liegt in Zwickau, das Ende liegt in Dresden. Dazwischen liegen Städte wie Aue oder Annaberg-Buchholz und zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören unter anderem das Lehr- und Forschungsbergwerk „Reiche Zeche“ und „Alte Elisabeth“, die St. Annen Kirche oder der Freiberger Dom. Teile der Silberstraße entsprechen dem Silberwagenweg, einer historischen Post- und Handelsstraße, andere verlaufen über den ursprünglichen Fürstenweg. Teilweise wird die Silberstraße auch durch einen Radweg begleitet.
Die Straßenführung der Silberstraße ist durch ein silbernes „S“ gekennzeichnet und führt die Urlauber gut durch das Erzgebirge! Hier bekommt man einen ersten Einblick über die wunderschöne Region und kann Ideen für weitere Ausflugsziele sammeln.


© Thilo Leibelt / WIKIMEDIA

Fichtelberg-Schwebebahn

Die älteste Luftseilbahn Deutschlands hat eine ereignisreiche Geschichte hinter sich und ist ein besonderes Wahrzeichen der Stadt Oberwiesenthal. Um den höchsten Berg Mitteldeutschlands zu erreichen, bietet die Fichtelberg-Schwebebahn ihren Besuchern die Möglichkeit, den 1215 Meter hohen Fichtelberg ohne lange Wanderungen zu erreichen. Auf einer Länge von knapp 1,2 Kilometern werden 303 Höhenmeter überwunden. Bei der Fahrt auf den Berg hat man jederzeit einen tollen Ausblick auf die Gebirgslandschaft, die sowohl im Sommer als auch im Winter einen Ausflug wert ist.
Vor dem Bau der Seilbahn brachte die Schmalspurbahn Cranzahl-Kurort Oberwiesenthal Besucher in höhere Lagen des Fichtelberggebietes. Der Bau der Fichtelberg-Schwebebahn begann im September 1924. Bereits Ende Dezember wurde sie eröffnet und startete ihre Jungfernfahrt mit 12 Personen.
Heute werden bis zu 44 Personen pro Gondel auf den Fichtelberg befördert. Etwa 3,5 Minuten dauert die Fahrt, die alle 15 Minuten stattfindet. So kommt es an einem Wintertag vor, dass bis zu 100 Gondeln am Tag die Fahrt in die luftige Höhe vornehmen. Nutzen Sie die Chance, an einer Fahrt mit der wohl traditionsreichsten Bahn des Erzgebirges teilzunehmen!


© René Röder / Wikimedia

Manufaktur der Träume

Seit 2010 ist in Annaberg-Buchholz ein ganz besonderes Highlight zu bewundern. Im Erlebnismuseum „Manufaktur der Träume“ wird erzgebirgische Volkskunst ausgestellt, die zum Träumen und Mitmachen einlädt.

Eigentümerin der Sammlung ist Dr. Erika Pohl-Ströher. Sie hat eine große Anzahl an Exponaten zusammentragen, die hauptsächlich aus der Zeit zwischen 1890 und 1930 stammen. Dabei ist eine der umfangreichsten Privatsammlungen über die Volkskunst aus dem Erzgebirge entstanden. Nachdem Freiberg und andere Städte kein Interesse an den wertvollen Stücken gezeigt hatten, fand sie in Annaberg-Buchholz eine geeignete Ausstellungsstätte. 2007 kaufte die Stadt das geschichtsträchtige Gebäude des ehemaligen „Kaffee Zentral“ und baute es zu einem Museum um. Zwischen Mai und Oktober 2010 wurden die Ausstellungsstücke – übrigens drei LKW-Ladungen voll – in dem neuen Museum untergebracht.

Der Rundgang durch die Ausstellung steht unter dem Motto „Sehen – Machen – Staunen“. Im Bereich „Sehen“ beginnt die Reise in die Traumwelt, indem das Augenmerk darauf gelegt wird, was die Figuren wirklich abbilden. Als nächstes folgt das Thema „Machen“ – hier stehen die Anfertigung und der Werdegang der Objekte im Vordergrund. Im Bereich „Staunen“ werden Kinder- und Erwachsenenaugen ganz groß: hier leuchten erzgebirgische Pyramiden und Lichterfiguren um die Wette!

Bei dem Projekt steht die Völkerverständigung durch Kulturarbeit an oberster Stelle. Durch die Lage des Erzgebirges – direkt an der deutsch-tschechischen Grenze – wird hier auf interkulturelle Kommunikation zwischen Sachsen und der Tschechischen Republik gesetzt. Für diesen Beitrag zur Völkerverständigung wird das Projekt vom "Europäischen Fonds für regionale Entwicklung" unterstützt.


© Miala / FLICKR

Dom Freiberg

Der Freiberger Dom ist eine evangelisch-lutherische Kirche in der sächsischen Stadt Freiberg und gilt als ihr Wahrzeichen. Bereits zum Ende des 12. Jahrhunderts entstand hier ein erster Kirchenbau. Freiberg entwickelte sich zu dieser Zeit durch Silberfunde in den benachbarten Bergwerken schnell, so dass die kleine Basilika bereits im 13. Jahrhundert mit zwei bedeutenden Kunstwerken ausgestattet werden konnte.
Am Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche in einem großen Brand fast vollständig zerstört, Kunstwerke wie die Goldene Pforte blieben jedoch erhalten. Nach nur kurzer Zeit wurde das Gotteshaus als spätgotische Hallenkirche wiederaufgebaut. Im Zuge der Reformation Sachsens wurde sie der evangelischen Kirche zugesprochen.

Der Freiberger Dom verfügt über zahlreiche sehenswerte Stücke. Eine Besonderheit ist der spezielle Aufbau des Mittelschiffes mit seinen zwei Kanzeln, der Tulpenkanzel aus dem 16. und der Bergmannskanzel aus dem 17. Jahrhundert. Auch die Goldene Pforte, ein im 13. Jahrhundert geschaffener Rundbogen aus Sandstein, der zu den großen deutschen Kunstwerken des 13. Jahrhunderts zählt, sollte man sich bei einem Besuch des Freiberger Doms nicht entgehen lassen. Zudem sind hier zahlreiche sächsische Fürsten mit ihren Verwandten begraben – zu nennen sind hier zum Beispiel die Kurfürsten Moritz und August von Sachsen –, wodurch sich hier auch einige Stücke aus dem sächsischen Fürstenhaus befinden. Auch die Silbermann-Orgeln gehören zu den Sehenswürdigkeiten des Gotteshauses.
Der Freiberger Dom kann täglich besichtigt werden.


© spookyt_de / FLICKR

St. Annen Kirche

Die Kirche St. Annen in Annaberg-Buchholz ist eine zur Jahrhundertwende von 15. zum 16. Jahrhundert erbaute Kirche mit Stilelementen aus der Spätgotik und der Renaissance. Die Hallenkirche ist durch ihre Größe und ihren knapp 80 Meter hohen Turm das Wahrzeichen der Stadt und auch von weitem sichtbar.
Ursprünglich als katholisches Gotteshaus erbaut, wurde die Kirche im Zuge der Reformation in Sachsen evangelisch-lutherisch. Für die Namensgebung spielte die Heilige Anna als Schutzheilige der Bergleute im Zuge der Silbergewinnung im Erzgebirge eine wichtige Rolle. Nach ihr wurde nicht nur die Kirche, sondern die gesamte, damals neu gegründete Stadt Annaberg-Buchholz benannt.
Die St. Annen Kirche gilt als sehr bedeutendes Bauwerk der Spätgotik. Die strengen Formen der Gotik wechseln sich hier mit den verspielten Formen aus der Renaissance ab und machen das Bauwerk so zu einem beliebten Anziehungspunkt für Besucher des Erzgebirges.
Die St. Annen Kirche kann täglich besichtigt werden. Bitte beachten Sie, dass Besichtigungen während der Gottesdienste nicht möglich sind.


© mohnstollen / Flickr

Burg Frauenstein

Die Ruine der Burg Frauenstein befindet sich auf einem fast 700 Meter hohen Granitfels in der Nähe der Stadt Frauenstein im östlichen Erzgebirge. Um 1200 erbaut diente sie anfangs vor allem als Grenzfestung zwischen Meißen und Böhmen und sollte die Handelsstraßen schützen, die durch den regen Silberabbau stark genutzt wurden. Ursprünglich bestand sie aus nur einem Turm, in der folgenden Zeit wurde sie jedoch erweitert. Neben einem zweiten Turm wurde auch ein Palas – ein repräsentativer Saalbau -, eine Kapelle und eine große Ringmauer errichtet.

In den folgenden Jahren wechselte die Burg durch Kriege, das Aussterben von Adelsgeschlechtern und Verkäufe häufig seine Besitzer. In der Mitte des 17. Jahrhunderts fiel sie dem Kurfürsten Johann Georg I. zu, der sie unter anderem als Amtsgericht nutzte. In einem großen Brand im Jahr 1728 wurde ein Großteil der Burg zerstört. Da sie zu dieser Zeit keinem Verteidigungs- oder Schutzzweck mehr diente, wurde sie nicht wieder aufgebaut.

Heute gilt sie als eine der schönsten Ruinen Deutschlands, deren Erhalt vom „Förderverein Burg Frauenstein e.V.“ gefördert wird. Vorhanden sind bis heute die Ringmauer, einer der beiden Türme aus dem 13. Jahrhundert, die Burgkapelle, das Gefängnis und einige weitere Räume. Besichtigen Sie die Ruine mit seinen vielen Treppen, kleinen Gemächern, verschiedenen Skulpturen und der Aussichtsplattform mit einem wunderschönen Ausblick auf die Umgebung.


© labormikro / FLICKR

Terra Mineralia Freiberg

Das Schloss Freudenstein in Freiberg beherbergt eine beeindruckende Mineraliensammlung aus der ganzen Welt. Von der Entstehung der Mineralien und die daraus entstandenen Formen über die Eigenschaften der Mineralien bis hin zu deren Verwendung können Sie hier alles entdecken. Möglich gemacht wurde dies durch eine Kooperation mit einer Mineralienstiftung aus der Schweiz, die eine umfangreiche Sammlung der wertvollen Steine als Dauerleihgabe vorsieht.

Die Sammlung der Mineralien ist nach Regionen geordnet, so dass Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Funden aus der ganzen Welt schnell aufgezeigt werden. Besonders wertvolle Stücke stammen unter anderem aus China, Südafrika, Nord- und Südamerika, Indien, Pakistan und Russland. Aber auch Sachsen hat einiges zu bieten und bereichert die Sammlung um einige wertvolle Exponate. Die ausgestellten Mineralien sind dabei ganz unterschiedlicher Art. Von kleinen staubkörnchen-großen Steinchen bis zu größeren Exponaten in verschiedenen Farben und Formen ist hier alles dabei. Erfahren Sie in verschiedenen Führungen interessante Informationen über die Verwendung von Mineralien im Alltag, über Schmuck und Edelsteine oder die Entstehung der faszinierenden Farben und Formen.

Der Rundgang durch die gesamte Ausstellung dauert etwa zwei bis drei Stunden. Für Führungen durch die Wunderwelt der Mineralien melden Sie sich bitte eine Woche vorher an.


© Norber Kaiser / WIKIMEDIA

Spielzeugmuseum Seiffen

Dieses Museum bringt Kinderaugen zum Leuchten! Im 1953 eröffneten Erzgebirgischen Spielzeugmuseum in Seiffen steht historisches Spielzeug aus dem Erzgebirge im Mittelpunkt.
Ausgangspunkt für das Museum war die „Holzspielwaren- und Holzausstellung Seiffen“ im August 1914, in der kleine Figuren aus der Reifendreher-Kunst – eine handwerkliche Fertigkeit aus Seiffen, bei der Holz in einer ganz bestimmten Art auf einer Holzdrehbank bearbeitet wird – präsentiert wurden. Weiterhin standen große, aus Holzpfosten ausgeschnittene Figuren und geschnitzte Arbeiten im Mittelpunkt. Organisator war der Pfarrer Hermann Härtel, der die Ausstellung durch einen Teil seiner Gemeindesammlung bereicherte. Dazu gehörten unter anderem eine große Truhe, ein Himmelbett und weitere Kunstwerke aus dem 18. Jahrhundert. Diese Sammlung war die Basis für das später gegründete Spielzeugmuseum. Initiator dafür war Professor Alwin Seifert, der zahlreiche Spielsachen zusammen trug, um diese gemeinsam mit den Exponaten von Pfarrer Härtel in dem im Dezember 1920 eröffneten Museum zu präsentieren.
In den 1930er Jahren kam der Wunsch nach einer zentralen Werbeausstellung auf. 1936 wurde die „Spielzeug-Werbeschau Seiffen“ eröffnet, die im Juli 1953 dann erneut seine Pforten als „Heimat- und Spielzeugmuseum“ öffnete und später den heutigen Namen „Erzgebirgisches Spielzeugmuseum Seiffen“ annahm.
Ausgestellt wird heute eine umfangreiche Sammlung erzgebirgischen Spielzeugs, das die Exponate aus dem böhmischen Teil mit einbezieht. Eines der Highlights sind dabei Stücke aus dem weihnachtlichen Brauchtum des Erzgebirges, die über 200 Jahre alt sind und einen tollen Überblick über die weihnachtliche Volkskunst zeigen, die für das Erzgebirge bekannt ist.
Natürlich gibt es bei einem Museumsbesuch auch zahlreiche Möglichkeiten, mitzumachen und zu spielen. Für die kleinen Besucher steht ein Museumsführer nur für Kinder bereit, der mit kleinen Aufgaben durch die Ausstellung führt.


© Harke / Wikimedia Commons

Seiffener Pyramidenhaus

Wenn man sich für die erzgebirgische Volkskunst interessiert, sollte man sich einen Besuch im Seiffener Pyramidenhaus nicht entgehen lassen. Exponate wie Nussknacker oder typisch erzgebirgische Weihnachtspyramiden sind bis weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt.

Der Nussknacker ist traditionell ein geschnitztes Männchen in verschiedenen Größen, das bunt bemalt ist und mit seinem „Mund“ Nüsse knacken kann. Bereits seit dem 19. Jahrhundert ist er aus vielen Haushalten weltweit zur Weihnachtszeit nicht mehr wegzudenken. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die ebenfalls aus Holz bestehenden Pyramiden. Mit ihren detailgetreuen Schnitzereien werden sie von angezündeten Kerzen „angetrieben“ und drehen sich langsam um sich selbst. Eine weitere Besonderheit erzgebirgischer Volkskunst sind Schwibbögen. Sie werden bis heute in aufwändiger Handarbeit hergestellt und schmücken zur Weihnachtszeit fast jeden erzgebirgischen Haushalt. Die Holzbögen, auf denen sich Kerzenhalter befinden, erzählen oft ihre ganz eigenen Geschichten. Im November und Dezember werden im Erzgebirge überall Schwibbögenfeste gefeiert, um die Weihnachtszeit einzuläuten.

Diese und andere Stücke aus der erzgebirgischen Volkskunst finden Sie im Seiffener Pyramidenhaus. Ein Großteil der dort ausgestellten Stücke wird in der hauseigenen Werkstatt hergestellt. In dem dazugehörigen Shop kann ausführlich eingekauft und das ein oder andere Souvenir mit nach Hause gebracht werden.
Das Seiffener Pyramidenhaus ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.


© Acf / WIKIMEDIA

Naturpark Erzgebirge/Vogtland

Der Naturpark Erzgebirge/Vogtland erstreckt sich über knapp 1500 km² an der sächsisch-tschechischen Grenze entlang. Mehr als die Hälfte der Fläche ist davon bewaldet, ein weiteres Drittel wird für die Landwirtschaft genutzt. Nur knapp 10% ist besiedelt, so dass ein Großteil des Naturparks auch der Natur überlassen wird. Hier sind viele Tier- und Pflanzenarten vorzufinden, die europaweit als gefährdet gelten. Landschaftliche Schönheit, vielfältige Natur, üppige Kultur, gute Wanderwege und viele Sportmöglichkeiten machen diese Gegend ganzjährig zum Naherholungsgebiet. Ziel des Naturparks Erzgebirge/Vogtland ist es, gefährdete Tier und Pflanzenarten zu schützen und gleichzeitig das Bewusstsein für umweltgerechte Landnutzung und naturnahen Tourismus zu schärfen.

Der Naturpark erstreckt sich über Teile des Vogtlandkreises, des Landkreises Mittelsachsen und des Erzgebirgskreises. Er ist gut durch die nahe gelegenen Städte Dresden, Freiberg, Chemnitz oder Zwickau erreichbar. Im Winter befindet sich hier mit dem Fichtelberg-Gebiet eine beliebte Wintersportregion, im Sommer führen Fahrradwege und über 5000 Kilometer ausgeschilderte Wanderwege durch die wunderschöne, naturbelassene Region. Viele verschiedene Natur- und Bergbaulehrpfade zeigen den Besuchern interessante Details über das Erzgebirge. Zahlreiche Museen, wie das Spielzeugmuseum Seiffen, die „Silberwäsche“ Antonsthal oder das Vogtländische Freilichtmuseum Landwüst informieren über die Region.


© Harke / Wikimedia Commons

Erzgebirgische Aussichtsbahn

Genießen Sie das Erzgebirge mal aus einer anderen Perspektive und treten Sie eine Fahrt mit der Erzgebirgischen Aussichtsbahn an! Im Gegensatz zu anderen Zügen nimmt die Erzgebirgische Aussichtsbahn nicht den „einfachen“ Weg durch die Täler, sondern fährt in vielversprechenden Höhen direkt am Erzgebirgskamm entlang. Dabei bietet sich den Mitfahrern eine tolle Aussicht, die sogar bis zum Fichtelberg reicht.

Bereits im Jahr 1889 wurde der Bahnverkehr auf der Strecke Buchholz – Schwarzenberg eröffnet. Über 100 Jahre lang fand hier ein umfangreicher Reise- und Güterverkehr statt, bis die Strecke gegen Ende der 1990er Jahre aus technischen Gründen gesperrt werden musste. Im Jahr 2001 wurde die Strecke durch die DB-Tochter Erzgebirgsbahn übernommen und für Überführungsfahrten reaktiviert, bevor 2003 die ersten Sonderzüge auf die Strecke gingen. In den folgenden Jahren wurde die Strecke inklusive der Viadukte und Bahnhofe umfangreich restauriert und 2009 unter dem Namen „Erzgebirgische Aussichtsbahn“ wiedereröffnet.
An mehreren Wochenenden im Jahr ist es möglich, an der Fahrt über die Berge von Annaberg-Buchholz nach Schwarzenberg teilzunehmen und dabei die tolle Aussicht zu genießen!


© Norbert Kaiser/ Wikimedia Commons

Bergbaumuseum Altenberg

Das Bergbaumuseum Altenberg zeigt Ihnen einen umfassenden Einblick in die 550-jährige Geschichte des Bergbaus in Altenberg. Bereits im 15. Jahrhundert wurde hier in großen Massen Zinnerz abgebaut, was erst 1991 endgültig gestoppt wurde. Seit den 1950er Jahren befindet sich hier das Bergbaumuseum, das in der historischen Zinnwäsche, einem Schaustollen und einer Ausstellung viele interessante Informationen über die lange Geschichte des Bergbaus in der sächsischen Stadt vermittelt.
Die historische Zinnwäsche ist ein wertvolles Zeugnis des Bergbaus der vergangenen Jahrhunderte. Die noch funktionstüchtige Pochwerksanlage – eine Maschine, mit der in den vergangenen Jahrhunderten Zinn aufbereitet wurde – erläutert den Besuchern die historische Arbeitsweise des Altenberger Bergwerkes.
Der Neubeschert-Glück-Stollen ist als Schaustollen für die Besucher geöffnet. Er beginnt in der Nähe der ehemaligen Zinnwäsche und führt 200 Meter waagerecht in den Stollen. Hier kann man hautnah erleben, wie die Bergleute gearbeitet haben.
In der Ausstellung wird ein Einblick in die Abbauverfahren und die Geologie des Bergwerks gewährt. Dabei sehen die Besucher seltene Mineralien, historisches Werkzeug sowie Gegenstände aus der Altenberger Zinngießerei.

Öffnungszeiten:
Das Museum ist täglich außer freitags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. An Feiertagen und in den sächsischen Schulferien öffnet das Bergbaumuseum auch am Freitag seine Pforten.


© Ben Fredericson (xjrlokix)/ flickr

Vogelfangmuseum in Oberwiesenthal

Das Vogelfangmuseum Oberwiesenthal bietet seinen Besuchern auf 80 m² einen umfangreichen Einblick in die geschichtliche Entwicklung des Vogelfangs in Sachsen. Hier erhält man einen Einblick in die Art und Weise des Vogeljagens und nicht zuletzt über die Verwendung der Vögel nach der Jagd – als Nahrungsmittel, als Lockvogel für weitere Wildtierfallen oder als „Haustier“. In einem Diorama – ein halbkreisförmiger Schaukasten mit Modellfiguren und –landschaften – machen lebensgroße Figuren durch Nachstellung einer Jagdszene die Vorgehensweise beim Vogelfang deutlich. Auf großen Tafeln werden Bilder von 50 im Erzgebirge lebenden Vogelarten präsentiert. Einige der wichtigsten Greifvögel wurden ausgestopft und in dem Vogelfangmuseum in Lebensgröße präsentiert. Ein Teil der Ausstellung besteht aus Exponaten aus dem Nachlass des Ornithologen Karl Sabel. Hier können verschiedene Fallen und Käfige, Geräte für die Aufzucht von Wildvögeln sowie eine Nester- und Vogeleiersammlung bewundert werden.

Das Museum wurde im Juni 2006 eröffnet. Als Museumsgebäude wurde ein spezieller Pavillon aus Fichtenstämmen errichtet. Durch seine Höhe hinterlässt er einen bemerkenswerten Eindruck bei den Besuchern.